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Glaukomdiagnostik

Der "Grüne Star" oder das Glaukom gehört wegen des heimtückischen Verlaufs zu den gefürchtetsten Augenkrankheiten und führt unbehandelt zur Erblindung. Leider gibt es bis heute keine einzelne Untersuchung, die ein Glaukom im Frühstadium sicher nachweisen kann und so ein entsprechend rechtzeitiges Einsetzen der Therapie ermöglicht.

Der Augenarzt muss sich aus verschiedenen einzelnen Indizien ein Gesamtbild des Auges machen und kann dann nach genauer Abwägung nähere Aussagen treffen, ob ein Glaukomverdacht oder bereits ein therapiebedürftiges Glaukom vorliegen. Zur Einschätzung stehen dem Augenarzt unter anderem Untersuchungsmethoden wie Augendruckmessung, Sehschärfenüberprüfung, Untersuchung des Sehnervenkopfes, Gesichtsfelduntersuchung, Messung der Hornhautdicke und das Erfragen von Risikofaktoren wie z.B. positive Familienanamnese und Gefäßerkrankungen zur Verfügung. Trotz dieser Möglichkeiten ist es oft sehr schwierig, ein Glaukom sehr früh festzustellen.

Daher wurden in den letzten Jahren neue Geräte entwickelt, die zusätzliche Informationen liefern und es oftmals ermöglichen, mit der nötigen Therapie Monate oder Jahre eher zu beginnen, als es mit den herkömmlichen Methoden der Fall gewesen wäre. Dadurch können Glaukomschäden oft verhindert oder zumindest minimiert werden. Der zusätzliche Nutzen dieser modernen Geräte besteht darin, dass sie bei Verlaufskontrollen meist viel genauer und früher über ein Fortschreiten der Erkrankung informieren können und unabhängig von der Mitarbeit des Patienten sind, was wieder der rechtzeitigen Therapie zu Gute kommt. Leider fallen einige dieser Untersuchungen unter das Kapitel "Vorsorge" und werden daher von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie): Bei diesem Verfahren werden in eine Halbkugel Lichtpunkte verschiedener Größe und Helligkeit projiziert. Die Aufgabe besteht darin, während der gesamten Untersuchung auf ein Fixierlicht zu blicken und bei Erkennen der aufblitzenden Lichtpunkte einen Schaltknopf zu drücken. Schwierigkeiten bereitet oft, dass man nicht ständig auf das Fixierlicht blickt, sondern nach den Lichtpunkten sucht. Diese Konzentrationsübung beeinträchtigt manchmal die Genauigkeit und das Ergebnis der Untersuchung. Auch die Tagesverfassung spielt eine große Rolle. Da auftretende Gesichtsfeldausfälle sehr langsam fortschreiten, merkt der Patient diese durch Gewöhnung erst extrem spät und die bis dahin aufgetretenen Schäden sind nicht mehr zu beheben. Eine rechtzeitige Untersuchung hilft dem vorzubeugen.

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HRT3 (Heidelberger Retina Tomograph): Dieses Gerät aus der neuen Generation vermisst mittels für das Auge ungefährlicher Laserstrahlen den Sehnervenkopf weitgehend unabhängig von der Mitarbeit des Patienten und ermöglicht sehr genau, durch ein Glaukom verursachte Veränderungen zu dokumentieren.

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OCT und GDx/NFA (Nerve Fiber Analyzer): Das OCT und das GDx vermeissen die Dicke der Nervenfaserpolster sowie die Dicke der Ganglienzellschicht, die bei gesunden Patienten meist ein charakteristisches Verteilungsmuster zeigen. Eine Abflachung gibt ebenfalls wertvolle Hinweise auf Auftreten und Verlauf eines Glaukoms.